
Das Ausrufezeichen
in Österreich auch Rufzeichen genannt.
In meinem Büro liegen sehr viele Ausrufezeichen herum. Sie häufen sich auf dem Boden, sie verstecken sich hinter Monitor und Kaffeetasse, sie spazieren auf dem Fensterbrett herum. Alle diese Ausrufezeichen kommen aus Texten, die ich lektoriere. Weil ich sie rausschmeißen musste.
Liebe Autor*innen, ihr liebt Ausrufezeichen. Aber seid ein wenig sparsamer damit. Denn
Ausrufezeichen machen den Text laut!!!!
Wenn im Dialog einer schreit, dann ist ein Ausrufezeichen sinnvoll.
Oder wenn die innere Stimme der Perspektivfigur einen emotionsgeladenen Satz denkt. Auch da könnt ihr ein Ausrufezeichen setzen.
Wenn im Dialog aber geflüstert wird oder ihr ganz normale Sätze schreibt, ohne große Emotion oder viel Energie, dann stört das Ausrufezeichen. Der Text „schreit“, und das tut euren Leser*innen und der Lektorin weh.
Was sind Satzzeichennester?
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Bei Dialogsätzen mit Sprechwort (hier: brüllen) –
„Stoppt Trump!“, brüllte Melanie ins Mikrofon.
– kommt nach dem Ausrufezeichen erst das Abführungszeichen, dann das Komma, dann das Sprechwort. Diese Häufung von Satzzeichen nacheinander heißt: Satzzeichennest.
